Mehrsprachige Übersetzungen sind ein wichtiges Rad im Getriebe des internationalen Marketings, denn nur so lassen sich auch die Märkte außerhalb des Heimatlandes effektiv und zielgerichtet bedienen. Hinzu kommt das internationale Social Media Marketing, um nicht nur über Suchmaschinen gefunden zu werden, sondern auch aktiv mit Interessenten und potenziellen Kunden zu kommunizieren sowie Content Marketing Inhalte zu verbreiten.

Dabei genügt es jedoch nicht die Inhalte einfach übersetzt zu publizieren, sondern auch fremde, kulturelle Sitten sowie sprachliche Eigenarten sind bei diesem Prozess zu beachten.

Sprachliche Eigenarten unterschiedlicher Regionen
In Österreich und der Schweiz wird die deutsche Sprache verwendet – aber in ganz spezieller Ausprägung. Um Menschen in diesen Ländern persönlich anzusprechen, sollten die individuellen sprachlichen Feinheiten beachtet werden.

Einen hochdeutschen Text können die meisten Einwohner sicherlich lesen, doch fühlen sich die Schweizer und Österreicher erst wirklich angesprochen, wenn sie die aus ihrem täglichen Umgang vertrauten Wörter des spezifischen Sprachgebrauchs in der Kommunikation wiederfinden. Ein Schweizer Autofahrer ist so zum Beispiel ein Automobilist, ein Fahrrad das Velo und ein Croissant ein Gipfel.

Die Kultur in den Alpen

Selbst in den Alpen gelten Bereits andere Umgangsformen

Nur wer diese sprachlichen Besonderheiten wirklich beherrscht und auch anwendet, wird in den sozialen Medien dieser Länder wirklich Fuß fassen können. Ähnliches gilt für American und British English, das sauber voneinander getrennt verwendet werden sollte. Denn gerade in der sozialen Interaktion geht es darum, Identifikation mit dem Produkt, der Webseite oder dem Unternehmen zu schaffen. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie die Menschen genauso ansprechen, wie sie es aus ihrer jeweiligen Heimat gewohnt sind.

Kulturelle Besonderheiten beachten

Kulturelle Regeln, Übereinkünfte und Gewohnheiten erfordern weiterhin auch eine gesonderte Beachtung. Was bei uns als «normal» erscheint, mag in anderen Ländern ungewohnt oder sogar anstößig wirken. Wer sich in den Traditionen und Gebräuchen dabei nicht auskennt, eckt schnell an und macht sich bei den potenziellen Kunden unbeliebt.

Bereits einfache körperliche Gesten, zum Beispiel in Videos oder auf Grafiken, können in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich interpretiert werden. In einigen Nationen gilt deswegen beispielsweise ein Kopfschütteln als Zustimmung. Auch die Farbgestaltung des Social Media Auftritts und der Marketing-Inhalte selbst sollte für jedes zu erreichende Land speziell geplant sein, denn überall auf der Welt besitzen die einzelnen Farbtöne spezielle Bedeutungen – aber sie bedeuten nicht überall dasselbe.

Daneben existieren auch verschiedene Umgangsformen, die nicht nur im realen Leben bestehen, sondern sich auch in den sozialen Medien niederschlagen. Im orientalischen Raum gibt man sich beispielsweise insgesamt bedeckter und zurückhaltender; eine unverblümte Anfrage nach Likes oder Shares wird hier als sehr ungehobelt angesehen. In westlichen Ländern hingegen ist diese Vorgehensweise gang und gäbe. Insgesamt unterscheidet sich das Online-Verhalten der einzelnen Völker viel mehr, als in vielen Unternehmen angenommen wird.

Eine Wüste im Orient

Im orientaltischem Raum ist etwas mehr Zurückhaltung gefragt

Unternehmen, die beispielsweise ganz auf Facebook setzen, werden erstaunt sein, wie wenige Österreicher sich dort tummeln – und dass Taiwanesen dort lieber virtuelle Farmen bewirtschaften, als miteinander zu kommunizieren. Japaner bevorzugen soziale Netzwerke, die hierzulande fast gänzlich unbekannt sind, wie beispielsweise Mobage-town und in Russland ist vk.com das populärste Soziale Netzwerk. Hier gilt es, auf diese Besonderheiten verstärkt zu achten und die Menschen dort gezielt anzusprechen, wo sie auch tatsächlich erreichbar sind.

Auch die ökonomischen Rahmenbedingungen sind verschieden

Nicht zuletzt sollte ein auf Internationalisierung bedachtes Unternehmen auch die unterschiedlichen ökonomischen Hintergründe beachten, denn das Social Networking steht nicht für sich selbst und soll neben Brand-Awareness und Kundenkontakt auch zu konkreten Abschlüssen führen.

In der EU gelten trotz aller Konformität beispielsweise immer noch unterschiedliche Mehrwertsteuersätze, obwohl seit 2015 die Bestimmungen zur Einziehung und Angabe dieser Steuer vereinheitlicht wurden. Weitere relevante Faktoren sind juristische Bestimmungen, der demografische Wandel, Währungen, Kaufkraft oder auch ein grundsätzlich unterschiedliches Kauf- sowie Bezahlverhalten der Zielgruppe.